Entscheidungen

Entscheidungen

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Es ist unglaublich, wie schnell sich das Leben ändern kann. Manchmal glaube ich, dass es nur eine Sekunde benötigt um alles auf den Kopf zu stellen. 2017 war für mich bereits jetzt voller Höhen und Tiefen. Alles woran ich mich aus dem letzten Jahr erinnern kann, ist, dass ich wahnsinnig Angst davor hatte Entscheidungen zu treffen. Ich konnte weder auf meinen Kopf, auf mein Herz noch auf mein Bauchgefühl hören, die Angst einen Fehler zu begehen war viel zu groß. Dazu kamen zu all meinen Ideen, Träumen, Zielen und Wünschen diverse Einwände von außen, die mich immer auf das Negative in allen hingewiesen haben.

Doch wie weit kann man kommen, wenn man immer nur rein logisch denkt und keine Risiken eingehen möchte? Wenn man immer mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt und keinen Moment abhebt, weil man sich in seinen Träumen verliert? Dennoch muss man letztendlich Entscheidungen treffen, ob nun mit Kopf oder Bauch. 2017 wurde ich mit einigen konfrontiert.

Arbeit

Nachdem ich letzten Sommer am Ende meiner Ausbildung angelangt war, konnte ich es kaum mehr aushalten meinen Ausbildungsbetrieb zu verlassen. Ich war durch und durch unzufrieden, jedenfalls dachte ich das. Mit der Hoffnung mehr zu lernen musste ich einige Kompromisse eingehen. Einkommen, Arbeitszeiten, Urlaubstage. Alles in allem bin ich zwar damit klargekommen, die Unzufriedenheit wuchs aber auch hier. Ich fühlte mich wahnsinnig unter Druck gesetzt, weil ich die Erwartungen scheinbar nicht erfüllen konnte und mir das auch klar gemacht wurde. Dadurch passierten immer mehr Fehler, meine Kreativität verschwand immer tiefer in meinem Kopf und nachdem ich mir eine Standpauke nach der anderen anhören musste, verkrampfte mein gesamter Körper. In die Arbeit zu gehen war für mich jeden Tag ein schwerer Schritt, zudem wurde ich immer stiller, weil ich wusste, dass meine Meinung und Äußerungen ohnehin nicht gut ankamen. Manche Menschen entwickeln sich unter diesem Druck wunderbar, denn sie wollen sich den Erwartungen anpassen und wachsen. Bei mir trat eher das Gegenteil ein und ich blockierte immer mehr.

Lange Zeit wusste ich nicht, ob ich mir oder denen die Schuld geben sollte. Mittlerweile ist mir klar geworden, dass es für mich ganz einfach die Falsche Arbeitsstelle war und ich für das Unternehmen die falsche Angestellte. Zu kündigen war für mich ein großer Schritt, als ich das Büro verlassen habe, fiel jedoch die ganze Last von mir und ich wusste, dass es von nun an nur besser werden würde. Nachdem ich gekündigt hatte, habe ich mir bis Anfang März eine Auszeit genommen. Auch hier musste ich mir einiges anhören. ‚Du kannst doch nicht über einen Monat nichts machen‘, ‚Und wie willst du dir das leisten, ohne Gehalt für einen ganzen Monat‘. Ich glaube die wirkliche Angst anderer lag wohl eher daran, dass Menschen oft meinen, wenn man eine Zeit lang einfach faul ist, man aus dem nichts tun nicht mehr herauskommt. Oder in Bezug auf Beziehungen einem so langweilig wird, dass man anfängt, seinen Partner zu stressen. Keines von beidem ist eingetroffen. Tatsächlich habe ich in meiner freien Zeit so gut wie gar nichts gemacht. Ich war nicht unternehmungsfreudiger, nicht öfter im Kino, beim Essen oder auf Blogger-Events und damit war ich absolut zufrieden und letztendlich gut erholt.

Nachdem ich gekündigt hatte, wusste ich, dass ich einfach zurück wollte. Ich wollte zurück an meinen alten Arbeitsplatz, ich wollte meine Projekte weiterführen und meine Freundin Saskia wieder haben. Ich wollte all die Gesichter um mich haben, die mich durch die gesamte Ausbildung gebracht haben, die immer für mich da waren, auch wenn es mir privat mal nicht so gut ging. Diejenigen, die meine Launen ertragen haben, ohne mir zu sagen, wie ich mich zu benehmen habe. Ich wollte wieder ’nach Hause‘, denn dort ist es bekanntlich am schönsten, vor allem wenn man ‚die Welt‘ gesehen hat. Mein erster Arbeitstag Anfang März fühlte sich an, als wäre ich zwei Wochen im Urlaub gewesen und jetzt fühle ich mich wieder rundum wohl.

Ich habe es nicht bereut diese Schritte gemacht zu haben, denn dadurch habe ich gelernt, wie zufrieden ich hätte sein können. Alles worüber ich mich so schrecklich aufgeregt habe brachte auf einmal nur Positives zum Vorschein. Zu wissen, dass man in die Arbeit kommt und dort nicht nur ein Angestellter ist, sondern eine eigene Meinung hat, die geschätzt wird. Genauso wie die Kreativität und die Ideen die man hat. Ich hatte so viel mehr Möglichkeiten voranzukommen und schon in der Ausbildung wurde mir einiges mehr zugetraut. Genau dieses Gefühl braucht man, um kreativ zu sein und seine Arbeit wirklich gut zu erledigen. Mir fällt es manchmal unglaublich schwer zu wissen, dass man für jemand anderen arbeitet und ’nur‘ angestellt ist. Wird man jedoch als Person behandelt und nicht nur als Schaf kann auch ich mit dieser Tatsache gut leben.

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Liebe

Auch die Liebe war für mich immer nur eine Hoffnung, selbst während meiner vierjährigen Beziehung. Die Hoffnung, dass es besser werden würde, obwohl es klar war, dass es niemals so weit kommt. Ich verlor alles, mein Selbstvertrauen, meine Liebe zu mir und meinem Körper und die Freude an dem, was ich gerne tat. Meine Gedanken kreisten Tag für Tag um die ganzen Probleme, die wir hatten, ich wollte sie gleichzeitig aber nicht loslassen und nach vorne blicken. Wir kritisierten uns, schätzen uns nicht. Das brachte in mir all meine negativen Seiten zum Vorschein. Eifersucht, die Lust einen Streit anzufangen, diese unendliche Traurigkeit gemischt mit Wut und dem Gefühl keine Freude mehr empfinden zu können.

Am schwierigsten war es jedoch sich von der Gewohnheit zu trennen. Man fühlt sich nicht unbedingt glücklich, aber immerhin war einem das Paket bekannt. Die Person, die Umgebung, die Gefühle. Und doch wusste ich, dass ich mich nach so viel mehr gesehnt habe. Wahre Liebe, Geborgenheit, Sicherheit. Man kann nicht sein Leben lang nur Kompromisse eingehen, für mich muss alles Stimmen von A-Z. Und heute kann ich euch sagen, dass ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe, auch wenn ich sicherlich dafür verurteilt wurde, nicht mein bestes gegeben zu haben. Ich wusste nicht, ob es ein Fehler werden würde, doch lieber hätte ich mit einer Enttäuschung gelebt, als mit der Gewohnheit, die mich in den Wahnsinn getrieben hat.

Jetzt weiß ich wie es sich anfühlt durch und durch geliebt zu werden und bei dem Gedanken wird mir so warm ums Herz wie noch nie zuvor. So seltsam es auch klingen mag, aber es war von der ersten Sekunde an klar, denn in diesem Moment konnte ich zum ersten Mal die Freude der Liebe spüren, die durch meinen ganzen Körper strömt und mich aufbaut. Ich wusste, dass es diesen einen Menschen gibt, der im selben Augenblick das empfindet, was auch ich empfinde. Der Mensch, neben dem man jeden Morgen aufwachen möchte, derjenige, dessen Ecken und Kanten, tiefste Trauer und Fröhlichkeit man kennenlernen will. Diese einzigartige Person, bei der man durch und durch man selbst sein kann, bei der es sich vom ersten Augenblick wie eine Ewigkeit anfühlt und für immer nicht mehr unmöglich klingt. Ich bin wieder da und diese Tatsache stärkt mich Tag für Tag.

Tatsache ist auch, dass man manchmal richtig ignorant sein muss, um den richtigen Weg zu gehen. Man muss sich nichts aus den Meinungen oder Bemerkungen anderer machen. Wortwörtlich kann man einfach darauf scheißen, denn im Leben geht es nicht darum was andere von einem halten oder ob man eine Fehlentscheidung mehr oder weniger trifft. Es geht darum, wie man zu sich selbst steht und ob man letztendlich glücklich wird mit den Entscheidungen, die man für sich trifft.

Hi I'm Janika - working as a junior art director / blogging about fashion, care & lifestyle, based in munich. Get inspired by my posts and have fun reading. *sponsored post

Kommentare (6)

  1. aufrichtige Worte, schön, dass du so etwas persönliches mit uns teilst!:) ich wünsche dir weiterhin ganz viel Freude an deinem neuen-altem Job und ganz viel Liebe in eurer Beziehung <3

  2. Gossip Girl

    haha, sehr respektlos deinem Ex gegenüber auf jedenfall. Ich wünsche du hast die Liebe deines Lebens gefunden, vermute aber, und das wünsch ich dir von ganzem Herzen nicht, dass es das nicht ist und du dich blenden lässt.
    XOXO Gossip Girl

  3. Freut mich, dass es dir jetzt viel besser geht und du jetzt mit deiner Situation viel zufriedener bist.
    Liebe Grüße,
    Thi

  4. Ich kann dich so gut verstehen! Ich bin auch so jemand, habe ständig Angst die falsche Entscheidung zu treffen. Dabei ist das schwachsinnig. Wenn was doch nicht passt, gibt es immer noch einen anderen Weg. Und was positives gibt es immer. Du weißt, was nicht richtig für dich ist. Und mit ein wenig Glück, war es doch die richtige Entscheidung.
    Ich finde es toll, dass du wieder bei deinem Ausbildungsbetrieb arbeiten kannst und dass du dich da auch wohl fühlst! (:

    • Aaaah wie gut 😀 Ich glaube so geht es vielen die schon lange dabei sind, das Bloggen aber nicht deren Hauptberuf ist, sondern eben nur ein Hobby.
      Ich bin zwar nicht direkt aus München, aber München Nähe 😀

  5. Wow, was für ein schöner Beitrag. Toll, dass du so etwas Persönliches mit uns teilst. Freut mich, dass du nun wieder glücklich bist. Entscheidungen sind leider oft sehr schwer.

    Liebe Grüße

    Anna <3

    annashines.com

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